Wirksame Kommunikation beginnt nicht mit dem Senden einer Botschaft, sondern mit dem Verstehen des Gegenübers. Genau hier setzt dieser Beitrag an und zeigt, warum Resonanz im Business aus echter Relevanz entsteht.
Inhaltsverzeichnis
Wirksamkeit im Business ist keine Einbahnstraße
Wir sind ausgehungert und wissen nicht mehr genau wonach
„Wir sind ausgehungert und wissen nicht mehr genau, wonach.“ Dieser Satz ist mir begegnet und hat sofort resoniert. Meine innere Stimme ist förmlich im Dreieck gesprungen. Denn er benennt etwas, das viele spüren, im Alltag, in der Kommunikation, im Business, und trotzdem selten aussprechen.
Es ist wie die Szene vor dem Kühlschrank. Du hast einen Mordshunger, der Kühlschrank ist voll, aber alles steht dir nicht an. Trotz all der Variationen, die möglich wären, um ein großartiges Essen zu kreieren. Was machst du? Du schmierst dir aus Verzweiflung ein Butterbrot. Der leichte Weg macht auch satt. Erstmal. Und lässt uns mit einer innerlichen Frustration zurück. Genau so geht es mir, wenn ich in mein LinkedIn-Postfach schaue. Hier hockt die Tomate, die Gurke, das Hähnchen als Solo-Botschaft: ich bin heute dein Angebot. Ess mich.
Eine einzelne Zutat ist höchstens ein Snack. Echter Genuss entsteht im Zusammenspiel von Zutaten, Inspiration, Verarbeitung, Präsentation. Ein Orchester auf dem Teller. Echte Verbindung funktioniert genauso. Eine Botschaft alleiniger Existenz des Angebotes reicht nicht. Warum? Weil dem Empfänger sehr oft noch gar nicht bewusst ist, worauf er Appetit hat, obwohl sein Magen längst knurrt. Wie kommt man als Absender aus dieser Nummer raus? Indem man aus der eigenen Komfortzone der Sendefrequenz für diesen Moment aussteigt.
Ohne Relevanz kein Funke
Das gilt für Kaltakquise genauso wie für das Netzwerkevent, die Social Media Nachricht, das erste Kick off Gespräch. Wer anschlussfähig kommunizieren will, muss zuerst wahrnehmen, wo der andere wirklich steht, nicht wo man ihn vermutet oder wo man ihn braucht.
Das gelingt nicht durch Mutmaßungen. Es braucht aktives Hinschauen, zum Beispiel indem man Beiträge liest, das Profil studiert, thematische Brücken sucht. Wo erkenne ich eine Symbiose? Wo widerspreche ich? Wo ist der Anschluss, den ich ehrlich benennen kann? Wer diesen Schritt macht, teilt plötzlich eine Begeisterung mit dem anderen, bevor das erste Wort gewechselt wurde.
Relevanz ist der Schalter zwischen Belanglosigkeit und Resonanz. Ohne sie verpufft jede Botschaft, egal wie gut sie formuliert ist. Mit ihr braucht es manchmal nur einen Satz, eine echte Frage, ein ehrliches Interesse. Und der Funke springt über.
Was Resonanz uns sagt
Resonanz ist nicht nur ein schönes Ziel. Sie ist die ehrlichste Rückmeldung, die wir bekommen können. Sie zeigt uns rückwirkend, ob unsere Botschaft wirklich relevant war. Nicht die Anzahl der gesendeten Nachrichten oder die Reichweite des Posts, sondern ob jemand geantwortet hat, ob ein Gespräch entstanden ist, ob der Funke übergesprungen ist.
Belanglosigkeit ist deshalb nicht das Gegenteil von Relevanz. Sie ist das Ergebnis fehlender Wahrnehmung. Wer nicht wahrnimmt, produziert Botschaften ohne Relevanz. Und wenn dadurch keine Resonanz entsteht, bleibt nur ein leises Echo.
Die Kette ist einfach: Wahrnehmung schafft Relevanz. Relevanz erzeugt Resonanz. Fehlt das erste Glied, bricht alles andere weg.
Eine Frage der Haltung
Kritiker würden jetzt den Aufwand ins Feld führen. Zu zeitintensiv. Nicht skalierbar.
Aber das ist keine Frage der Gewichtung, nicht mal eine Frage der Balance. Was wir hier für uns beantworten müssen, ist die Frage der Haltung. Quantität über Qualität, um wenigstens ein paar Hungrige vorm Kühlschrank abzuholen, oder bin ich mit meinem Business der Concierge der Möglichkeiten, der weiß, worauf jemand Appetit hat, bevor er es selbst weiß?
Wir übernehmen Systeme und damit auch gerne die Kommunikationsweise der anderen. Oftmals aus Druck heraus. Viel hilft viel. Quotenerfahrungen anderer leiten. Und irgendwann macht das Herz, die Intuition und die Wahrnehmung dicht.
Wirksamkeit beginnt innen
Man macht einfach. Hauptsache ein voller Postausgang „gesendet“. Und genau das überträgt sich auf die Art, wie wir kommunizieren. Wir senden an alle, ohne zu schauen, wer gerade wirklich empfangsbereit ist. Warum man das tut? Weil Senden sicherer ist als Verbinden. Weil Verbinden Offenheit braucht und Offenheit Mut.
Genau hier entsteht Resonanz. An der Stelle, wo jemand diesen Mut aufbringt und der Belanglosigkeit die rote Karte zeigt.
Bildcredits/Fotograf: Elisabeth Steiner
Autor Jana Maiwald
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