Noch nie konnten Selbständige so schnell Content produzieren, wie heute. Und noch nie war der Content so farblos… KI darf nicht die Stimme einer Unternehmerin ersetzen, sondern soll ihr helfen die richtigen Menschen in ihr Universum zu ziehen.
Und genau hier beginnt der Unterschied zwischen „Ich kann dank KI viel Content erstellen“ und dem wozu KI eigentlich da sein sollte: Der Mensch liefert die Bedeutung, die Marke gibt den Rahmen und die Maschine, egal welche, unterstützt bei Verarbeitung und Umsetzung.
Oder um es einfacher zu formulieren, je leistungsfähiger KI wird, desto wertvoller wird das, was sie nicht selbst erzeugen kann. Nämlich echte Erfahrungen, Haltung, Urteilskraft und der Aufbau echter Beziehungen.
Inhaltsverzeichnis
Klasse statt Masse
Viele Unternehmerinnen haben Angst, dass KI- Content dazu führt, dass ihre Persönlichkeit nicht mehr klar erkennbar ist. Gleichzeitig war schon vor der Geburt von ChatGPT und Co ein großer Teil des Social- Media- Contents beliebtig und austauschbar.
„5 Tipps“ hier und „3 Fehler“ da… Dazwischen eingestreut „Du musst nur“ und „Kennst du das auch?“
KI hat dieses Problem nicht erschaffen, es hat das Problem nur für alle nutzbar gemacht. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Es gibt die, die verstanden haben, das es bei Contenterstellung um Klasse statt Masse geht. Und die, die einfach Chatti sagen, „schreib besser“.
Denn Fakt ist eins, wenn KI problemlos deinen gesamten Content produzieren kann, ohne zusätzliche Informationen über dich, deine Erfahrungen und deine Haltung zu bekommen, dann war deine Kommunikation möglicherweise vorher schon zu generisch.
KI ist kein Texter, KI ist dein Denkpartner
Statt also den Befehl zu geben „Schreib mir einen Insta- Post zum Thema Skalierung auf 500k“, macht es Sinn der KI konkrete Denkaufgaben zu geben und als Sparringspartner zu nutzen.
Beispielsweise:
- „Hier ist meine Beobachtung aus fünf Kundengesprächen. Welche Muster erkennst du?“
- „Welche Gegenargumente könnte meine Zielgruppe haben?“
- „Wo ist meine Argumentation noch unklar?“
- „Welche drei unterschiedlichen Blickwinkel stecken in diesem Gedanken?“
- „Welche Aussagen in meinem Text wirken austauschbar?“
Und genau dann beginnt die Magie. Denn was KI wirklich hervorragend kann ist, sortieren, verdichten, strukturieren, Zusammenhänge erkennen und Gegenpositionen formulieren.
Was du liefern solltest sind Erfahrungen, Überzeugungen, Geschichten, Entscheidungen, Beobachtungen, Kundenwissen und auch Widersprüche. Denn genau daraus entsteht Persönlichkeit.
Denn die besten KI- Prompts beginnen nicht mit einem Thema, sondern mit dem Material aus dem du ein Thema machen möchtest.
Deine Stimme beginnt vor dem Prompt
Deine Marke wird geprägt von dir und den Fragen..
- Woran glaubst du?
- Was lehnst du ab?
- Welche Erfahrungen haben deine Sicht verändert?
- Welche Sprache nutzt du?
- Was würdest du niemals sagen?
- Wo lehnst du den Mainstream ab?
- Welche Geschichte kannst nur du erzählen?
Eine Markenstimme, die sich nachhaltig von anderen unterscheidet, ist weniger eine konkrete Tonalität als eine bestimmte Denkweise.
Nähe lässt sich nämlich nicht automatisieren, aber sehr wohl durch Geschichten erzeugen. Geschichten, die relatable sind und Emotionen wecken. Aber wie soll eine Maschine, die (zumindest bisher) noch nie eine fühlende Erfahrung gemacht hat, das Erzeugen?
Genau, gar nicht!
Automatisiere die Verarbeitung, nicht die Beziehung
Das bedeutet nicht, dass Unternehmerinnen auf die Effizienz von KI verzichten sollten.
Im Gegenteil… Eine Maschine darf ein Transkript analysieren, Gedanken ordnen, aus einem langen Text verschiedene Perspektiven herausarbeiten oder auf Widersprüche aufmerksam machen.
Sie kann helfen, aus einer Idee schneller einen guten Inhalt zu entwickeln, aber das Rohmaterial sollte vom Menschen kommen.
Noch wichtiger wird das nach der Veröffentlichung. Denn Social Media endet nicht mit dem Klick auf „Posten“.
Die Antworten, Kommentare, Nachrichten und Gespräche zeigen, was Menschen wirklich beschäftigt. Genau dort entsteht Nähe… Und genau dort liegt gleichzeitig wertvolles Material für deinen nächsten Inhalt.
So entsteht ein wertvoller Kreislauf. Du beobachtest, sprichst mit Menschen, entwickelst Gedanken und nutzt KI, um diese Gedanken weiterzuentwickeln.
Anschließend gehst du wieder in den Dialog mit deiner Zielgruppe und das wird in Zeiten von immer größer werdender KI- Anonymität immer wichtiger.
KI ist also kein Ersatz für Persönlichkeit. Sie ist ein Verstärker.
Und Verstärker haben eine interessante Eigenschaft, sie machen nicht automatisch etwas besser. Sie machen zunächst einmal mehr von dem sichtbar, was bereits vorhanden ist.
Eine klare Haltung kann durch KI noch klarer kommuniziert werden. Eine austauschbare Positionierung produziert mit KI lediglich schneller noch mehr Austauschbarkeit.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie viel Content kann ich mithilfe künstlicher Intelligenz produzieren…
Sondern was habe ich zu sagen, das eine Maschine ohne mich nicht wissen könnte?
Genau dort beginnt auch in Zukunft eine Marke, an die Menschen sich erinnern.
Foto-Credits: Diana Eismann (https://www.instagram.com/blickfang_fotografie_Diana) (Unternehmen)
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