von Anna Bomm im Rahmen der Artikelserie
„Die Zukunft der Karriere: 12 Trends für ein Startup- und Entrepreneurial Mindset“
Bei dem Konzept des Intrapreneurship bringen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eigene Ideen und Innovationen in das Unternehmen ein und treiben es mit erfolgreichen Konzepten sogar voran. Es unterscheidet sich im Wesentlichen zum Entrepreneurship – beidem unter hohem Risiko ein Unternehmen neu aufgebaut wird – durch unternehmerisches, risikofreies Handeln in einem bereits bestehenden Unternehmen.
Ein berühmtes Erfolgsbeispiel des Intrapreneurship zeigt der Macintosh – der ersteMikrocomputer mit grafischer Benutzeroberfläche – der Firma Apple.
Für erfolgreiche Intrapreneure im eigenen Unternehmen ist es essenziell, eine offeneFeedback- und Fehlerkultur zu etablieren. Zusätzlich sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Gefühl verspüren, die interne Infrastruktur und hauseigene Ressourcen zur Förderung ihrer Innovationen nutzen zu dürfen.

Relevante Literaturquellen und Expertinnen und Expertenbieten weiterführende Einblicke aus der Themenwelt des Intrapreneurships.
Habt ihr schon mal für euren Arbeitgeber gedanklich neueProdukte entwickelt, hattet Verbesserungsvorschläge für interne Strategien oder habt Prozesse effizienter gestaltet? Genau darum geht es bei Intrapreneurship: Unternehmertum im Angestelltenverhältnis.
Was ist Intrapreneurship?
Intrapreneurship ist das unternehmerische Denken und Handelnvon Mitarbeitenden innerhalb eines etablierten Unternehmens.
Intrapreneure sind Angestellte, die innovative Projekteentwickeln und diese eigenständig mithilfe vorhandener Ressourcen und Strukturen des Arbeitgebers umsetzen.
Die Förderung von Kreativität, Innovation undRechenschaftspflicht hilft dem Unternehmen, Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu gewinnen. Neue Innovationen können aus einem größeren Pool aus Ideen geschöpft werden. Anders als beim Entrepreneurship, wo Gründerinnen und Gründer ein komplett neues Unternehmen aufbauen, sind Intrapreneure auf die Rückendeckung und das Vertrauen der Führungskräfte im Unternehmen angewiesen, um Neuheiten durchsetzen zu können.
Wie man im Unternehmen unternehmerisch denkt und handelt
Der Schwerpunkt beim unternehmerischen Handeln und Denken liegt darin, eigene Ideen und Konzepte vorzustellen,die den Erfolg des Unternehmens potenziell verbessern zu können.
Hier sind einige Ansätze, die ihr in euren Arbeitsalltag integrieren könnt:
Abb. 1: Intrapreneurship vs. Entrepreneurship erstelltvon Anna Bomm mit Hilfe der KI von Canva
• Proaktives Denken:
Sucht immer nach Verbesserungsmöglichkeiten in euren Arbeitsprozessen. Dabei istes egal, ob es sich um ein neues Produkt, neue Strategien oder um Optimierungen interner Abläufe handelt, denn jede Idee könnte die richtige zur Verbesserung sein
• Nutzung der internen Infrastruktur:
Nutzt die Beziehungen zu euren Kolleginnen und Kollegen, um euch über eure Erfahrungen auszutauschen. Auch networken mit euren Vorgesetzten kann helfen, dienötige Unterstützung zu bekommen.
• Kontinuierliche Weiterbildung:
Methoden wie Design Thinking oder Innovationsmanagement helfen euch stets aufdem neusten Stand und offen gegenüber neuen Themen zu bleiben.
• Feedback-Kultur:
Schafft eine Feedback- und Fehlerkultur an eurem Arbeitsplatz, um eureIdeenvorschläge stetig zu verbessern.
Eine Studie zeigt, dass 60% aller Führungskräfte ein unterstützendes Arbeitsumfeld als entscheidend für den unternehmerischen Erfolg sehen. Das verdeutlicht, dass auch Führungskräfte, die ohnehin schon große Entscheidungskraft und Verantwortung tragen, den Rückhalt der eigenen Firma und der Kolleginnen und Kollegen brauchen, um den Mut zurEntwicklung neuer Ideen zu besitzen. (Hornsby, J. S., Kuratko, D. F., & Zahra, S. A. 2002).
Innovationsförderung und Eigeninitiative am Arbeitsplatz
Um die Eigeninitiative am Arbeitsplatz zu fördern, braucht es unterstützende Maßnahmen des Unternehmens. Ihr könnt beispielsweise regelmäßige Feedbackgespräche mit euren Vorgesetzten ansetzen oder euch mit Kolleginnen und Kollegen über eure Ideen austauschen. Auch Motivationsanreize und experimentierfreudige Strukturen ermöglichen es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über den Tellerrand blicken zu können. Dafür bieten sich agile Arbeitsmethoden wie Scrum (eine Methode im Projektmanagement, die Produkte schnell entwickeln müssen) oder Design Thinking (eine Methode, bei der aus der Perspektive derNutzerinnen und Nutzer Produkte entwickelt und Probleme gelöst werden) an, da sie stetige Weiterentwicklung und hohe Anpassungsfähigkeit fördern.
Einige Unternehmen schaffen Anreize durch interne Wettbewerbe, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre innovativen Ideen präsentieren können. Das interneWettbewerbsdenken spornt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitunter an kreativer und innovativer zu denken.
Die Durchsetzung solcher Maßnahmen erzeugt neben einem stärkeren Gefühl derEigenverantwortung auch messbare Erfolge des Unternehmens.
Empfehlenswerte Literatur zum Thema Intrapreneurship
• “Intrapreneuring: Why You Dont Have to Leave the Corporation toBecome an Entrepreneur” von Gifford Pinchot III
• “Corporate Entrepreneuership: How To Create a Thriving Entrepreneurial SpiritThroughout Your Company” von Vijay Govindarajan und Chris Trimble
• “The Corporate Startup:How Established Companies Can Develop SuccessfulInnovation Ecosystems” von Tendayi Viki, Dan Toma und Esther Gons
Die Bücher sprechen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an,die fundierte Einblicke in das Thema Intrapreneurship bekommen wollen.
Inspiration aus der Praxis
Ein bekanntes Beispiel für erfolgreiches Intrapreneurship ist das „Macintosh-Team“, das den erstenMikrocomputer mit grafischer Benutzeroberfläche produzierte. Heute kennen wir das Produkt unter dem Namen „Mac“, das von dem Unternehmen Apple produziert wird.
Fünf LinkedIn Thought Leader
Macintosh (heute Mac) im Jahr 1984
https://www.n-tv.de/technik/Vor-40-Jahren-stellte-sich-Apples-erster-Mac-vor- article24682031.html
Diese fünf LinkedIn Profile bieten euch regelmäßige praxisnahe Einblicke rund um das Thema Intrapreneurship.
1. Gifford Pinchot III
u.A. Autor des Buches „Intrapreneuring: Why You Dont Have to Leave theCorporation to Become an Entrepreneur”
Pinchot, G., III. (2017, 4. Dezember). Memo to the Millennials.https://www.linkedin.com/in/giffordpinchot/
2. Gary Hamel
u.A. Professor an der London Business School und Verfasser für Artikel zum Themaagile Strategien zum Thema Corporate Entrepeneurship
Hamel, G. (2025, 11. Februar). Hey university bureaucrats, the NIH wants more forits money. https://www.linkedin.com/in/garyhamel/
3. Adam Grant
u.A. Autor zum Thema intrapreneurialem Verhalten und kreative Arbeitskulturen
Grant, A. (2021, 24. August). The 10 New Leadership Books to Wrap Up Summerand Kick Off Fall. https://www.linkedin.com/in/adammgrant/
4. Rita McGrath u.A. Professorin für Corporate Entrepreneurship
McGrath, R. (2025, 25. Februar). The Benefits of Bureaucracy: How I Learned to Stop Worrying and Love Red Tape. https://www.linkedin.com/in/ritamcgrath/
5. Vijay Govindarajan
u.A. Professor für Innoavtionsmanagement und Corporate Innovation
Govindarajan, V. (2025, 26. Februar). Collection of Thought Pieces on Learnings fromThree Box Solution: Number 18. https://www.linkedin.com/in/vg-govindarajan/
Fazit
Das Denken und Handeln wie Intrapreneure bietet euch die Möglichkeit ein Unternehmendurch eure eigenen Ideen und Innovationen weiterzubringen. Durch die Nutzung unternehmenseigener Ressourcen und Strukturen könnt ihr eure Vorschläge vorantreiben, ohne das Risiko einzugehen als Einzelperson zu haften.
Das Denken und Handeln wie Intrapreneure kann euch helfen auf eurer persönlichenKarriereleiter den Weg nach oben voranzutreiben. zeigen Verbesserungsvorschläge durchsetzen zu wollen zeigt Engagement und Willensstärke – für viele Arbeitgeber eine Voraussetzung zur Führungskraft.
Nutzt also die vorhandenen Möglichkeiten eures Arbeitgebers, um unternehmerisch zuDenken und Handeln und eure persönlichen und unternehmerischen Ziele schneller zu erreichen.
Literaturverzeichnis:
1. Hornsby, J. S., Kuratko, D. F., & Zahra, S. A. (2002). Middle managers‘ perception of the internal environment for corporate entrepreneurship: assessing a measurementscale. Journal of business Venturing, 17(3), 253-273
2. Parashar, S. (2023, 23. Oktober). Council Post: Staying Relevant in yourindustry: How Continuous learning can boost career Agility.
Forbes. https://www.forbes.com/councils/forbescoachescouncil/2023/10/23/staying-relevant- in-your-industry-how-continuous-learning-can-boost-career-agility/
3. Why Agility Is Critical to Business Growth – SPONSOR CONTENT FROM GOOGLE.(2022, 14. September). Harvard Business Review.https://hbr.org/sponsored/2022/09/why-agility-is- critical-to-business-growth
4. Zahran, O. (2023, 1. Juni). Here’s why business leaders today need to have an agilemindset. Entrepreneur. https://www.entrepreneur.com/en-ae/leadership/heres-why-business-leaders- today-need-to-have-an-agile/453273
5. The Agile Mindset: 7 Best Practices to Achieve It. (o. D.).
https://taskworld.com/. https://taskworld.com/blog/the-agile-mindset-7-best-practices-to- achieve-it/
6. wonderwerk consulting GmbH. (2024, 7. Februar). Was ist Intrapreneurship? |Wonderwerk Consulting. WONDERWERK. https://www.wonderwerk.com/innovation/was-ist- intrapreneurship/
7. Antoncic, B., & Hisrich, R. D. (2001). Intrapreneurship: Construct refinement andcross- cultural validation. Journal of business venturing, 16(5), 495-527
Diese Artikelreihe wurde von der Arbeitsgruppe „Startup- und Entrepreneurial Mindset“ unter der Leitung von Dr. Anabel Ternes von Hattburg verfasst. Die Autoren der einzelnen Artikel heißen Sven Schubert, Justus Jaletzke, Anna Bomm, Lizaveta Misnikova, Maya Dahl, Matteo Kollmorgen und Nicolai Kolbusch.
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.