Freitag, April 4, 2025
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Trend 6 Growth Mindset: Karriere durch kontinuierliches Lernen

von Matteo Kollmorgen im Rahmen der Artikelserie
„Die Zukunft der Karriere: 12 Trends für ein Startup- und Entrepreneurial Mindset“

Warum lebenslanges Lernen der Schlüssel zum Erfolg ist und wie Ihr Eure Entwicklung gezielt vorantreiben könnt?

In einer schnelllebigen Welt ist kontinuierliches Lernen entscheidend für den beruflichen Erfolg. Fehler sollten als Lernchancen begriffen werden, um sich stetig weiterzuentwickeln. Ein strukturierter Lern- und Entwicklungsplan hilft, gezielt Wissen und Fähigkeiten aufzubauen.

Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (2021) werden bis 2025 mehr als 50 % aller Arbeitnehmenden neue Fähigkeiten erlernen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen wie Google und Amazon setzen bereits auf kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, um Innovationen zu fördern. Die Zeiten des „einfachen Handwerks“ wären damit nun endgültig vorbei. Immer komplexere Aufgaben und Lösungen werden die Zukunft vermeintlich einfach auszuführender Berufe sein. Ein Mitarbeitender einer Supermarktkette musste vor 10 Jahren nicht verschiedene Kassenbetriebssysteme und CMS-Systeme bedienen können, um an der Kasse abzukassieren oder das Lager aufzuräumen. 

Was bedeutet das für unsere Zukunft?

Laut dem „Future of Jobs Report“ des Weltwirtschaftsforums (2020) gehen 94 % der Geschäftsführenden davon aus, dass Mitarbeitende sich neue Fähigkeiten aneignen müssen. Unternehmen investieren zunehmend in Schulungen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Beispielsweise bietet IBM seinen Angestellten mit der Plattform „Your Learning“ maßgeschneiderte Weiterbildungen an (IBM, 2022). Das Prinzip des ewigen Lernens wird unabdingbar. Berufsfelder werden sehr viel intensiver in eine Nische abdriften und somit das Verständnis für die eigene Arbeit, Leistung und Kompetenz stetig verändern. Man geht außerdem davon aus, dass durch diese Entwicklung die Effizienz und Produktivität der Mitarbeitenden ständig geprüft aber vor allem unterstützt wird. 

Laut Carol Dweck (2006), der Begründerin des Growth-Mindset-Konzepts, ist die Einstellung zum Lernen entscheidend:

„Menschen mit einem Growth Mindset glauben, dass sie sich durch Anstrengung weiterentwickeln können.“ Auch Satya Nadella, CEO von Microsoft, betont: „Das Wachstum unseres Unternehmens hängt direkt mit der Lernfähigkeit unserer Teams zusammen.“ Die Verantwortung den Mitarbeitenden die Ressourcen, Infrastruktur und vor allem die Zeit zu geben sich in diese neue Welt einzuleben liegt natürlich bei den Führungskräften. Der Gedanke, dass sich nicht auch Manager, CEO´s und Vorgesetzte weiterbilden müssen ist ein Irrtum. 

Insbesondere der zwischenmenschliche Prozess und Umgang wird immer wichtiger, ganz besonders mit dem Hintergrund der immer wichtiger werdenden Work-Life-Balance, welche sich immer mehr in die Berufsgruppen eingliedert. Sind stellen unterbesetzt oder Kompetenzen ungleich verteilt, so darf es in Zukunft nicht mehr sein, dass mehr Arbeit auf weniger Personal verteilt wird. Es muss Lösungen geben. Einen Ansatz durfte ich persönlich schon im BMW-Motorrad-Werk in Berlin kennenlernen. Dort wird das Personal gezielt geschult mit der neusten Technologie zu arbeiten, welche ihnen viel Arbeit abnimmt. Ob in der Logistik, dem Bau der Motorräder oder die Technologisierung der einzelnen Arbeitsschritte. 

Zu was führen diese Schulungen?

Zunächst einmal wird der Gedanke gestrichen, dass meine Mitarbeitenden „alles wissen“ (müssen) und somit viele während ihrer Ausbildung oder im Quereinstieg verunsichert. Mitarbeitende bekommen mehr Kompetenzen und Verantwortungen, was ihnen nicht nur das Gefühl gibt eine wichtige Rolle in ihrem Unternehmen zu haben, sondern diese auch tatsächlich auszuführen. Jeder Mitarbeitende wird schwer zu ersetzen, da er oder sie sich ständig fort- und weiterbildet und so, mit dem Unternehmen wächst.

Aber auch das Unternehmen hat etwas davon, in diesem Fall das BMW-Motorrad-Werk: Effizientere und produktivere Mitarbeitende, da sie gekonnt den Umgang mit komplexen Maschinen kennen, zufriedenere Mitarbeiter da ihre Aufgaben einen noch tiefgründigeren und wichtigen Teil zum Erfolg des Unternehmens beitragen und BMW kann heute in ihre Mitarbeitenden investieren und daraus morgen dadurch in den erstgenannten Punkten profitieren. Außerdem führt das nie auslernen dazu das einzelne Fachkräfte ganz besonders kennenlernen, wo ihre Stärken liegen und sich dann darauf weiter spezialisieren können, auch was das eigene Interesse angeht. Stupide, eintönige und langweilige Arbeit würde damit zu der Welt von gestern gehören.

Im Tech-Bereich geht es hier sogar noch weiter: Microsoft hat seine Unternehmenskultur grundlegend verändert und fördert nun gezielt eine „Learn-it-all“-Mentalität anstelle einer „Know-it-all“-Kultur. Durch kontinuierliche Weiterbildungsangebote konnte das Unternehmen seine Innovationskraft steigern (Microsoft, 2021). Einher geht dieser Gedanke, dass alle Kollegen und Kolleginnen jeden Tag ihre 8 Stunden am Schreibtisch sitzen und ihre Zeit aussitzen. Die Anregung zu schaffen immer mehr zu lernen, hilft dem Unternehmen immer mehr zu sein, als nur ein Arbeitgeber. Das hilft dabei langfristig ein großartiges Team aufzubauen und das Prinzip des „Quiet-Quitting“ auszubremsen.

Eine McKinsey-Studie (2021) zeigt, dass Unternehmen mit einer starken Lernkultur 30 % innovativer sind als ihre Konkurrenz. Die Studie hebt hervor, dass Mitarbeitende mit regelmäßigen Weiterbildungen produktiver und motivierter arbeiten.

Fazit

Ein Growth Mindset öffnet Türen für eine erfolgreiche Karriere. Wer bereit ist, sich kontinuierlich weiterzubilden und Herausforderungen als Chancen zu begreifen, wird langfristig erfolgreicher sein. Letztlich gilt: Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Entwicklung und der richtigen Einstellung zum Lernen. Arbeiten Führungskräfte und Mitarbeitende Hand-in-Hand und vor allem auf Augenhöhe mit dem Ziel sich stetig zu verbessern können hier neue Chancen entstehen. Sich zu trauen Geld in das interne Wissen zu investieren kann dafür sorgen, dass ein Unternehmen mittel- und langfristig von der Kompetenz der eigenen Mitarbeitenden profitiert. 

Das Gefühl sich sehr gut damit auszukennen was man selbst macht und ein wichtiges Zahnrad in einem System zu werden, kann für viele nochmal ein grundsätzlicher vertrauens-Boost sein der vielen dabei helfen kann das maximum seiner oder ihrer selbst aus sich zu holen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man in einem Angestelltenverhältnis oder selbstständig ist. Der Gedanke des nie Auslernens und seiner Wichtigkeit in der Zukunft der Karrieregestaltung bleibt Ihnen, den Lesern und Leserinnen hoffentlich im Kopf. 

Drei Tipps für Euren persönlichen Lern- und Entwicklungsplan

  1. Ziele setzen: Definiert klare und realistische Lernziele.
  2. Regelmäßiges Lernen etablieren: Tägliche oder wöchentliche Lerneinheiten fördern nachhaltige Entwicklung.
  3. Fehler analysieren und reflektieren: Dokumentiert, was Ihr aus Rückschlägen lernen könnt.
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Quellen Fachliteratur
  1. Carol Dweck (2006): Mindset: The New Psychology of Success (zuletzt besucht: 27.02.2025 9:45 Uhr)
  2. James Clear (2018): Atomic Habits (zuletzt besucht: 27.02.2025 9:37 Uhr)
  3. Angela Duckworth (2016): Grit: The Power of Passion and Perseverance (zuletzt besucht: 27.02.2025 9:32 Uhr)
Quellenangabe Internet
  1. Weltwirtschaftsforum (2020). Future of Jobs Report 2020. Abrufbar unter: www.weforum.org 
  2. Weltwirtschaftsforum (2021). Skills Outlook 2025. Abrufbar unter: www.weforum.org
  3. IBM (2022). Your Learning – Weiterbildung für Mitarbeitende. Abrufbar unter: www.ibm.com
  4. Carol Dweck (2006). Mindset: The New Psychology of Success
  5. McKinsey & Company (2021). The State of AI-driven Learning Cultures. Abrufbar unter: www.mckinsey.com
  6. Microsoft (2021). Die neue Lernkultur bei Microsoft. Abrufbar unter: www.microsoft.com

Diese Artikelreihe wurde von der Arbeitsgruppe „Startup- und Entrepreneurial Mindset“ unter der Leitung von Dr. Anabel Ternes von Hattburg verfasst. Die Autoren der einzelnen Artikel heißen Sven Schubert, Justus Jaletzke, Anna Bomm, Lizaveta Misnikova, Maya Dahl, Matteo Kollmorgen und Nicolai Kolbusch.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Anabel Ternès von Hattburg
Anabel Ternès von Hattburg
CEO Sustain Plus, Experts for Life und BrightShift Media & SRH Institute for Innovation & Sustainability Management, Professur für Kommunikationsmanagement in der Nachfolge von Dieter Kronzucker, Präsidentin Club of Budapest Germany, Zukunftsforscherin mit starkem KI Knowhow, Unternehmerin, Journalistin, Radio-Moderatorin - Thought Leader Dr. Anabel Ternès steht für Innovation, Nachhaltigkeit und Self-Leadership. Mit ihren Texten, Shows, Podcasts und Vorträgen inspiriert sie für eine stärkere Verbindung zu uns, zu anderen und für ein Eintreten für eine lebenswerte Welt, in der Technologie und Nachhaltigkeit voneinander profitieren.
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