Unser Name begleitet uns ein Leben lang. Meistens machen wir uns darüber gar nicht so viele Gedanken. Wir unterschreiben damit, stellen uns damit vor, er steht auf unserem Lebenslauf, in der E-Mail-Signatur und irgendwann vielleicht auf der Tür zu unserem Büro.
Aber hast du dich schon einmal gefragt, wie sich dein eigener Name eigentlich für dich anfühlt?
Ich finde diese Frage unglaublich spannend. Denn ein Name ist für mich viel mehr als eine formale Bezeichnung. Er trägt Identität. Geschichte. Persönlichkeit. Und aus Sicht der Numerologie auch eine ganz eigene Zahlenstruktur.
Diese kann Hinweise darauf geben, wie wir uns ausdrücken, wie wir auf andere wirken, welche Stärken und Talente wir mitbringen und welche Qualitäten durch unseren Namen besonders nach außen getragen werden.
Und dann gibt es noch eine Ebene, die wir im Berufsleben gerne unterschätzen: Wie trete ich mit meinem Namen eigentlich auf?
Vor- und Nachname? Doppelname? Kurzform? Titel? Mit Anrede oder ohne?
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht unbedingt.
Inhaltsverzeichnis
Dein Name und deine berufliche Identität
Wir verändern uns im Laufe unserer Karriere.
Wir wechseln den Arbeitgeber, übernehmen eine neue Aufgabe, werden befördert oder führen plötzlich ein Team. Vielleicht stehen wir zum ersten Mal vor einem großen Publikum oder vertreten eine Entscheidung, die nicht allen gefallen wird.
Mit jeder neuen Rolle entwickelt sich auch unsere berufliche Identität weiter.
Und unser Name geht überall mit.
Menschen verbinden irgendwann etwas mit ihm. Kollegen kennen unsere Art zu arbeiten. Vorgesetzte verbinden damit bestimmte Fähigkeiten. Mitarbeitende erleben, wie wir führen. Mit der Zeit bekommt unser Name eine ganz eigene Bedeutung.
Was ich dabei besonders interessant finde: Unsere eigene Beziehung zu unserem Namen kann sich ebenfalls verändern.
Das merken viele Menschen bei einer Heirat oder Scheidung. Ein neuer Nachname kann sich sofort richtig anfühlen. Bei anderen dauert es Jahre, bis sie sich wirklich damit identifizieren.
Und dann begegnen wir plötzlich einem Menschen aus unserer Vergangenheit. Er kennt die Veränderung nicht und spricht uns ganz selbstverständlich mit unserem früheren Namen an.
Was passiert in diesem Moment?
Manchmal fühlt sich der alte Name überraschend vertraut an. Manchmal merken wir sofort: Das bin ich nicht mehr.
Allein diese Reaktion zeigt, wie viel Identität in einem Namen stecken kann.
Wie nehmen andere deinen Namen wahr?
Noch bevor wir einem Menschen persönlich begegnen, kennen wir manchmal bereits seinen Namen.
Wir lesen ihn in einer E-Mail. Auf einer Teilnehmerliste. Im Organigramm. In einer Einladung zu einem Meeting.
Und bewusst oder unbewusst entsteht bereits ein erster Eindruck.
Mit jedem weiteren Kontakt füllt sich dieser Name mit Erfahrungen. Irgendwann steht er für etwas.
Vielleicht für Verlässlichkeit. Klarheit. Mut. Kompetenz. Wärme. Konsequenz. Kreativität.
Oder dafür, dass jemand auch in schwierigen Situationen Verantwortung übernimmt.
Das ist für mich eine spannende Form von beruflicher Identität.
Denn wir können unsere Position wechseln. Wir können einen neuen Titel bekommen oder in ein anderes Unternehmen gehen. Was Menschen häufig mitnehmen, ist die Erinnerung an uns.
Und damit an unseren Namen.
Name und Führung
Gerade bei Führungskräften finde ich dieses Thema besonders interessant.
Mit einer neuen Position verändert sich häufig auch das Auftreten. Plötzlich stellt sich die Frage: Wie viel Nähe möchte ich? Wie viel Distanz brauche ich? Bin ich mit meinen Mitarbeitenden per Du? Wie stelle ich mich vor? Welche Rolle spielen Titel und Hierarchie für mich?
Es gibt darauf kein Richtig oder Falsch.
Entscheidend ist für mich etwas anderes: Fühlt es sich nach dir an?
Denn Menschen merken sehr schnell, wenn jemand versucht, Führung zu spielen.
Eine Position allein macht noch keine Führungspersönlichkeit. Ein Titel auch nicht.
Führung entsteht für mich dort, wo ein Mensch sich seiner eigenen Wirkung bewusst ist und Verantwortung übernimmt, ohne dafür jemand anderes werden zu müssen.
Vielleicht ist genau deshalb der eigene Name so ein schöner Anker.
Du bekommst eine neue Position. Mehr Verantwortung. Vielleicht ein größeres Büro und einen eindrucksvolleren Titel.
Aber du bleibst du.
Deinen eigenen Namen einmal bewusst wahrnehmen
Mach einmal etwas ganz Einfaches.
Sprich deinen vollständigen Namen laut aus.
Nicht schnell und nebenbei, sondern ganz bewusst.
Wie fühlt er sich an?
Welche Version deines Namens verwendest du beruflich? Ist es dieselbe, mit der dich deine Familie oder deine engsten Freunde ansprechen? Gibt es einen Spitznamen, den du im beruflichen Umfeld niemals verwenden würdest?
Und was verändert sich in dir, wenn jemand deinen vollständigen Namen ausspricht?
Solche Beobachtungen können überraschend viel darüber erzählen, wie wir uns selbst wahrnehmen und welche Identität wir nach außen tragen.
Erfolg braucht Übereinstimmung
Natürlich entscheidet ein Name nicht allein darüber, ob wir beruflich erfolgreich sind.
Aber er begleitet uns auf unserem gesamten Weg.
Und je sichtbarer wir werden, desto wichtiger wird für mich etwas anderes: dass die Person, die andere erleben, auch zu der Person passt, die wir selbst sein möchten.
Wer bin ich unter diesem Namen geworden?
Was verbinden Menschen heute mit meinem Namen?
Und wofür möchte ich, dass er in Zukunft steht?
Vielleicht ist das eine der schönsten Seiten einer Karriere: Wir wachsen in unterschiedliche Rollen hinein, entwickeln uns weiter, führen Menschen, treffen Entscheidungen und hinterlassen Spuren.
Und irgendwann ist unser Name nicht mehr einfach nur der Name, den wir einmal bekommen haben.
Wir haben ihn mit unserer eigenen Geschichte gefüllt.
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.



