Frauengipfel 2026 setzt Impulse für mehr Chancengleichheit im Erwerbsleben
Wie gelingt echte Chancengleichheit im Erwerbsleben? Welche strukturellen Veränderungen brauchen Politik, Wirtschaft und Organisationen, um das Potenzial von Frauen besser zu nutzen? Und wie können Frauen ihre Stärken gerade in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen wirksam entfalten? Diesen Fragen widmete sich der Frauengipfel 2026 „Frauen. Arbeit. Zukunft. Gemeinsam Potenziale heben“, zu dem das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales gemeinsam mit der Evangelischen Bank (EB) am gestrigen Nachmittag in den Hauptsitz der EB nach Kassel eingeladen hatte.
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Mehr als 80 Frauen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft diskutierten über bestehende Herausforderungen, erfolgreiche Praxisbeispiele und konkrete Handlungsansätze für mehr Gleichstellung und Teilhabe in der Arbeitswelt. Im Mittelpunkt standen strukturelle Barrieren für Frauen, internationale Best-Practice-Beispiele sowie Erfolgsfaktoren für eine zukunftsfähige und chancengerechte Arbeitswelt.
„Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein entscheidender Standortfaktor“, betonte Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, in ihrem politischen Impuls. „Wir können es uns angesichts des Fachkräftebedarfs nicht leisten, auf die Kompetenzen und Talente von Frauen zu verzichten. Dafür brauchen wir verlässliche Kinderbetreuung, bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie faire Aufstiegs- und Entwicklungschancen.“
Chancengleichheit als entscheidender Wettbewerbsfaktor
Auch Thomas Katzenmayer, Vorsitzender des Vorstands der EB, machte deutlich, dass Chancengleichheit heute ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sei. „Wer die Potenziale von Frauen konsequent fördert, stärkt die eigene Organisation in erheblichem Maße. Unternehmen konkurrieren längst nicht mehr allein über Gehalt. Auch und gerade die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gleiche Entwicklungsperspektiven für Frauen und Männer sowie eine moderne Führungskultur sind zentrale Faktoren, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.“
Katzenmayer verwies zugleich auf die Verantwortung von Unternehmen, bestehende Ungleichheiten aktiv abzubauen. „Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt noch immer deutlich weniger als Männer. Auch wir stellen uns dieser Herausforderung und legen u. a. unser Augenmerk auf noch teilweise bestehende Gehaltsunterschiede. Als werteorientierte Genossenschaftsbank setzen wir auf Vielfalt, Teilhabe und gezielte Förderangebote, um weibliche Talente sichtbar zu machen und ihre Entwicklung zu unterstützen.“
Die EB stellte dabei konkrete Maßnahmen vor, mit denen sie Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung fördert. Dazu zählen unter anderem das Cross-Company Leadership Network, das Talentprogramm „Zukunftsgestalterin“, das Netzwerk Female Empowerment Nordhessen sowie familienfreundliche Angebote wie die bezahlte Familienstartzeit nach der Geburt eines Kindes, Ferienbetreuungsangebote, flexible Arbeitszeitmodelle, mobile Arbeit und Sabbatical-Regelungen.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion diskutierten Ministerin Heike Hofmann, Dr. Christa Larsen (Geschäftsführerin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) an der Universität Frankfurt am Main), Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf (Generalbevollmächtigte und Direktorin Personal, Marketing & Kommunikation, EB) und Eva Berger (Head of Lean- und Data-Management, EB) über die Frage, welche Veränderungen heute notwendig sind, um mehr Frauen den Weg in Fach- und Führungspositionen zu ermöglichen.
Frauenförderung mit strategischer Bedeutung
Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf hob dabei die strategische Bedeutung von Frauenförderung hervor: „Frauenförderung ist für mich keine isolierte Personalmaßnahme, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer zukunftsorientierten Unternehmensstrategie. Organisationen werden langfristig nur dann erfolgreich sein, wenn Chancengleichheit, Diversität und die gezielte Förderung von Frauen strukturell verankert sind. Führungskräfte tragen Verantwortung dafür, Potenziale sichtbar zu machen, Entwicklungsmöglichkeiten aktiv zu eröffnen und bestehende Barrieren kritisch zu hinterfragen.“
Die Diskussion zeigte deutlich, dass strukturelle Hindernisse weiterhin bestehen. Fehlende Transparenz bei Karrierewegen, ungleiche Beförderungschancen, stereotype Rollenbilder sowie die weiterhin ungleiche Verteilung von Care-Arbeit erschweren vielen Frauen den Zugang zu Führungspositionen.
Einigkeit bestand darüber, dass Politik und Unternehmen gemeinsam gefordert sind. Der Ausbau von Kinderbetreuung, die Förderung partnerschaftlicher Elternzeit, flexible Arbeits- und Führungsmodelle, transparente Karriereprozesse sowie gezielte Talentförderung wurden als zentrale Hebel für mehr Chancengerechtigkeit identifiziert.
Bild: Staatsministerin Heike Hofmann während ihrer Keynote beim Frauengipfel 2026 im Hauptsitz der Evangelischen Bank in Kassel. (c) Sascha Mannel
Quelle Evangelische Bank eG




